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Camping am See

Unsere Naturzeit »Special Places«

Um unsere Bücher aktuell zu halten, sind wir häufig und lange unterwegs. Wir reisen dabei mit einem kompakten Campingbus und so haben wir im Laufe der Jahre ziemlich viele Campingplätze kennengelernt. Auf vielen haben wir uns wohlgefühlt aber einige mögen wir so sehr, dass wir immer wieder dorthin zurückkehren. Diese ganz persönlichen »Special Places« möchten wir hier mit Euch teilen.

Naturzeit Special Places: Camping Fafleralp

Fast alle unsere Lieblingsplätze sind nicht sehr groß und eher einfach. Riesenplätze mit Animation, großem Programm und ADAC Prämierung sind weniger unser Ding. Camping bedeutet für uns an schönen Plätzen möglichst nahe an der Natur zu stehen. Einfache Sanitärausstattung nehmen wir dafür gerne in Kauf

Ursprünglich war unsere Liste als Top-Ten angedacht, aber schon beim spontanen »Brainstorming« wurde sie immer länger. Wir haben unsere »Special Places« also zur besseren Übersicht unterteilt. Da die Sommerferien vor der Tür stehen beginnen wir mit dem Meer.

10 tolle Campingplätze am Meer

Naturnahe Campingplätze in den Bergen

Es warten noch auf euch:

Naturzeit »Special-Places« am Fluss
Naturzeit »Special-Places« am See

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Ab sofort können Sie sich alle neuen Informationen zu Naturzeit Reiseführern kostenlos nach Hause holen. Drei bis vier mal im Jahr informieren wir Sie über Aktualisierungen zu den Büchern und stellen im Frühjahr unsere Neuerscheinungen vor. Außerdem greifen wir Themen rund um das Reisen mit Kindern und besondere Informationen zu unseren Reisezielen auf. Die letzte Ausgabe können Sie hier einsehen.

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Ardèche und Cevennen mit Kindern

Schluchten, Geier und ganz viel Wasser –

Wandern und Baden an der Ardèche und in den Cevennen

Am südlichen Rand des französischen Zentralmassives gibt es an den Flüssen Ardèche, Chassezac, Gardon und Tarn eine ziemlich ungewöhnliche Landschaft zu entdecken. Zwischen kargen Hochplateaus, die vor allem von Schafen und Ziegen besiedelt sind, hat das abfließende Wasser tiefe Schluchten mit steilen Felswänden in den Kalkstein gefressen und bildhübsche Flusslandschaften geschaffen. Wenn ihr mit euren Kindern raus in die Natur wollt, findet ihr hier beste Bedingungen: schmale Pfade, Höhlen am Wegrand, viel Wasser, Kletterfelsen ohne Ende, große und kleine Schluchten und tolle Badeplätze. Romantische Dörfer, eine üppige Auswahl an Wein, Käse und Gemüse auf den Wochenmärkten sowie die gute französische Küche sorgen außerdem fürs richtige Urlaubsfeeling.

Wandern und Baden an der Ardèche
Wandern und Baden an der Ardeche
Baden und Wandern: Wasser ist in der Region allgegenwärtig, sodass auch beim Wandern mit Kindern der Spaß nie zu kurz kommt. Fotos: Regina Stockmann

Höhlen und Steinzeitkunst

In den Steilwänden der Kalkfelsen sind etliche Höhlen zu finden, darunter auch einige große Tropfsteinhöhlen und die Grotte Chauvet – eine der schönsten Bilderhöhlen aus der Steinzeit. Sie wurde 1994 in einer trockenen Schleife der Ardèche entdeckt. Die echte Höhle ist verschlossen, um die uralten Zeichnungen zu schützen, aber seit zwei Jahren kann eine originalgetreue Nachbildung besichtigt werden. Sie liegt bei Vallon-Pont-d‘Arc, einem lebhaften Ort am oberen Ende der Gorges de l‘Ardèche.

Die Gorges de Chassezac
Einfach beeindruckend: Der Blick in die Schlucht des Chassezac. Foto: Regina Stockmann

Ardèche und Chassezac

Vallon-Pont-d‘Arc ist vom Kanutourismus geprägt. Hier beginnt die Fahrt durch die Schlucht, die man nur zu Fuß oder auf dem Wasser durchqueren kann. Für diese Kanutour solltet ihr allerdings schon ein wenig Erfahrung im Paddeln mitbringen, vor allem wenn ihr Kinder im Boot habt. Die Ardèche hat Passagen bis Wildwasser II und ist wenig geeignet für eine erste Kanutour. Auf der Kiesbank am Pont d‘Arc, dem großen Steinbogen, der sich über den Fluss spannt, könnt ihr das Spektakel auf dem Wasser gut beobachten, was auch ziemlich spannend ist. Auch der Wanderweg durch die Gorges ist eher anspruchsvoll, einige kürzere Abschnitte sind aber auch mit größeren Kindern gut begehbar und dann ein echtes Abenteuer. Der Chassezac, einer der Nebenflüsse der Ardèche, ist schmaler und sanfter und ein besonders guter Urlaubsort, wenn eure Kids noch etwas jünger sind. Auch er fließt durch mehrere kleinere Schluchten. Sowohl an der Ardèche als auch am Chassezac gibt es Campingplätze direkt am Wasser, die mit eigenem Badestrand ein gutes Basisquartier bieten.

Baden am Chassezac
Baden am Chassezac: Hier planschen auch die Kleinsten sicher im Wasser. Fotos: Regina Stockmann, Stefanie Holtkamp

Zauberwald und Felsenchaos

Oberhalb der Felswände am Chassezac trefft ihr auf einen echten Zauberwald mit knorrigen Bäumen, kleinen Höhlen und Felsen in den wildesten Formen – ein echtes Wanderparadies, das auch den Jüngsten Spaß macht. Einen besseren Naturspielplatz als den Bois de Païolive kann es kaum geben. Ähnliche Ansammlungen von zerfurchten Felsblöcken finden wir auch auf der Causse Méjean und der Causse Noir etwas weiter im Osten. Besonders spektakulär sind die riesigen Felsbögen des Chaos de Montpellier-le-Vieux. Hier treffen sich im Sommer allerdings auch die Besuchermassen. Im kleineren Chaos de Nimes-le-Vieux ist viel weniger los. Die Felsen sind zwar nicht ganz so ungewöhnlich, dafür aber perfekt zum Klettern.

Montpellier-le-Vieux und Ardeche
Felsenchaos im Bois de Paiolive
Auf abwechslungsreichen Wegen zwischen Kletterfelsen im Bois de Paiolive und im Chaos de Nimes-le-Vieux. Fotos: Regina Stockmann

Causses und Gorges oder die Heimat der Geier

Die Hochebenen Causse Méjean und Causse Noir zwischen den Flüssen Tarn, Jonte und Dourbie, sind nur dünn besiedelt. Der trockene Kalkboden lässt eine landwirtschaftliche Nutzung kaum zu und so grasen auf den Wiesen schon seit Jahrhunderten Schafe und Ziegen. In den 400 Meter hohen Felswänden der Gorges du Tarn und der benachbarten Gorges de la Jonte, wurden vor etwa 40 Jahren in einem einzigartigen Projekt Gänsegeier wiederangesiedelt. Die riesigen Vögel finden auf Felsvorsprüngen in den Schluchten gute Nistplätze. Am Infozentrum »Maison des Vautours« gibt es eine Beobachtungsplattform mit Ferngläsern. Aber auch mit bloßem Auge könnt ihr die Geier in kleinen Gruppen über den Tälern kreisen sehen.

Gorges de la Jonte
In der Schlocht der Jonte leben neben Gänsegeiern auch einige der seltenen Mönchsgeier. Foto: Stefanie Holtkamp

An Tarn und Jonte ist das Tal zwischen den Felswänden der Schlucht weit genug für eine Straße. Hier liegen romantische kleine Orte wie Saint-Enimie oder La Malène direkt am Flussufer und sind mit Restaurants, Cafés und einem Badeufer ein wunderbares Urlaubsquartier mit südfranzösischem Flair.

Die grünen Berge der Cevennen

Zwischen Tarn und Ardèche ragen die Gipfel des Mont Lozère und der Cevennen in den Himmel. Die Berge sind zwar nicht besonders hoch, gehören aber ganz sicher zu den ursprünglichsten Regionen Frankreichs. Abseits der wenigen größeren Straßen, die durch die Täler führen, gibt es hier nur winzige Dörfer, einspurige Sträßchen und Fußwege. Die Cevennen sind eine Region für naturverbundene Wanderer. Eine der schönsten Möglichkeiten sie auch mit Kindern ausführlich kennenzulernen, ist eine Wanderung mit einem Esel als Reit- oder Packtier. Einen Tag, eine dreitägige Runde oder die große Durchquerung der Cevennen auf dem Stevensonweg – ihr habt die Wahl.

Eselwandern in den Cevennen
Eselwandern in den Cevennen
In den grünen Bergen der Cevennen hat Eselwandern eine lange Tradition. Robert Louis Stevenson, der Autor des Buches »Die Schatzinsel«, durchquerte sie schon 1878 mit der Eselin Modestine und schrieb dann ein Buch über diese Reise. Foto: Regina Stockmann
Ardèche und Cevennen mit Kindern

Wenn euch eine Reise an die Ardèche gefallen könnte, findet ihr alle notwendigen Informationen, die passenden Wanderungen und Kanutouren sowie jede Menge spannende Ausflugsziele für Familien in unserem im Mai 2019 neu erschienenen Reisehandbuch »Ardèche und Cevennen mit Kindern«.

Hier könnt ihr einen Blick in das neue Buch werfen …

Mit Kindern an Irlands Westküste

Ein spannender Road-Trip auf dem Wild Atlantic Way

Aufregende wilde Klippenlandschaften und bildhübsche Strände, alte Klöster, von denen viele halb zerfallen sind, malerische Friedhöfe mit keltischen Kreuzen, Steinkreise und Dolmen, große Seen und Herrenhäuser mit prächtigen Gärten und die wunderbare irische Natur mit ihren unzähligen Grüntönen sind die Attraktionen am Wild Atlantic Way. Die Küstenstraße ist mit über 2600 Kilometern eine der längsten Europas. Sie folgt der wilden, von den heranbrechenden Wellen des Atlantiks geformten Westküste Irlands von Cork ganz im Süden bis Donegal ganz im Norden der Insel. Am Weg liegen kleine Orte mit bunt getünchten Häusern, freundlichen, gelassenen Menschen und dem obligatorischen Pub, in dem es auf jeden Fall Guinness vom Fass und später am Abend manchmal auch Livemusik gibt.

Wandern und Baden in Irland
Im Landesinneren unterteilen Steinmauern das Weideland an, denen man bei einer Wanderpause auch mal einem neugierigen Connemarapony begegnet. An der Küste gibt es neben aufregenden Klippenlandschaften auch traumhaft schöne Sandstrände. Fotos: Lena Marie Hahn, Stefanie Holtkamp

Irlands milder Südwesten

Ganz im Südwesten Irlands strecken vier Halbinseln ihre langen, schmalen Finger in den Atlantik. Mit ihrem milden Klima und vielen touristischen Angeboten ist diese Region besonders beliebt und geeignet für Familienferien.

Ring of Kerry und Killarney Nationalpark

Das touristische Zentrum ist die Halbinsel Iveragh mit der Küstenstraße Ring of Kerry und der Kleinstadt Killarney, die direkt am gleichnamigen Nationalpark liegt. Hinter den bunten Fassaden im alten Stadtkern von Killarney wechseln sich Souvenirgeschäfte ab mit Pubs. Abends dringt aus den düsteren Schankräumen mitreißende Musik auf die Straßen. Killarney ist viel besucht, steht aber nicht unbedingt für Ursprünglichkeit. Dafür könnt ihr mit den Kids viel unternehmen: eine Farm aus dem letzten Jahrhundert besuchen, im edlen Ambiente des Muckross House einen mehrgängigen irischen Afternoon-Tea genießen, Kutsche und Boot fahren oder zu einem Ponyspaziergang aufbrechen.

Derrynane beach
Der Strand von Derrynane am Ring of Kerry. Foto: Stefanie Holtkamp

Die Dingle Peninsula

Ebenfalls ein beliebtes Ferienziel ist der nördlichste Finger: die Halbinsel Dingle. Ihr stimmungsvoller Hauptort Dingle, der mit bunten Häusern und vielen Pubs perfekt dem Klischee eines irischen Dorfes entspricht, ist außerdem für seinen Delfin berühmt. Fungie lebt seit über 30 Jahren im Hafen und zeigt sich so zuverlässig den Gästen in den Ausflugsbooten, dass ihr für eine Bootstour ohne Delfinsichtung nichts bezahlen müsst. Besonders spektakulär ist die Landschaft an der Spitze der Halbinsel, am Slea Head Drive. Boote fahren hinüber zu den Blasket Islands, die schon seit einigen Jahrzehnten nicht mehr bewohnt sind.

Irland mit Kindern
Unterwegs auf spannenden Pfaden in den Bergen am Connor Pass und auf einem Küstenweg bei Derrynane. Fotos: Lena Marie Hahn

Beara und Mizen Peninsula

Auf den Halbinseln im Süden geht es ruhiger zu. Glengarriff, der Hauptort der Beara Peninsula, liegt an der Bantry Bay, die durch den Golfstrom erwärmt wird. So gedeihen hier sogar Palmen. Auf Garinish Island, einer kleinen Insel in der Bucht, gibt es einen botanischen Garten. Bei der Überfahrt zur Insel sind vom Boot aus Seehunde zu sehen, die sich auf den Inselchen in der Sonne aalen. Ein paar Kilometer weiter in Adrigole könnt ihr sogar mit dem Kajak zu den Seehundbänken in der geschützten Bucht paddeln.

Ganz im Süden stellt die einsame Halbinsel Mizen mit den beiden rauen Landspitzen Mizen Head und Sheep Head die letzten beiden Finger der Südwestküste.

Irland mit Kindern
Irland mit Kindern

Irlands wilder Norden – Connemara und Donegal

Der Boden im Norden ist moorig und daher kaum landwirtschaftlich nutzbar. Da die Bauern sehr arm waren, erhielt sich hier besonders lange eine ursprüngliche Lebensweise: Die geduckten Steinhäuser blieben reetgedeckt und in manchem Ofen brennt noch immer ein Torffeuer. Mangels Holz unterteilen hunderte von Stein­mäuer­­chen die Parzellen. Auf den kargen Weiden fressen Scha­fe und die genügsamen Connemaraponys – Bilderbuchirland also, ohne allzu heftige Spuren moderner Zivilisation. Der Norden ist das richtige Ziel für Familien, die es ursprünglich und besonders naturnah mögen. Da es hier an der »Bay Coast« außerdem schöne Sandstrände gibt, ist Connemara auch geeignet für Wassersportler. Allerdings braucht ihr schon richtig warme Sommertage, damit das kühle Atlantikwasser auch zum Baden lockt.

Irland mit Kindern
Schafe sind in Irlands wildem Westen allgegenwärtig. Sie grasen überall dort, wo für Kühe das Gras nicht reichen würde. Foto: Stefanie Holtkamp

Noch einsamer wird die Landschaft in Mayo und Donegal. Ein besonderes Highlight ist dort die Tour auf dem Great Western Greenway – einem Fahrradweg, der auf einer ehemaligen Bahntrasse mitten durch die Schafweiden führt. Rund um die quirlige Stadt Sligo, in deren Straßen über 150 Pubs zu finden sein sollen, zeigt sich die irische Landschaft noch einmal von ihrer sanften Seite. Besonders charakteristisch für die Region sind die ungewöhnlichen grünen Tafelberge wie der Ben Bulben und der kleinere Knocknarea sowie die großen Seen im Hinterland.

An der Küste reihen sich zwischen Sligo und Donegal lange, einsame Sandstrände, die bei Surfern und Reitern beliebt sind. Der Reitertraum vom Galopp am Meer wird hier leicht zur Wirklichkeit. Ganz oben in Donegal in den »Northern Headlands« reiht sich dann eine raue Landspitze an die andere. Die bekanntesten Plätze sind der Malin Head, der als Kulisse für eine Szene im neuen Star-Wars-Film zu Ehren kam, und die Slieve Leagues, die höchsten Klippen Irlands. Über 600 Meter geht es senkrecht hinab ins Wasser.

Irland mit Kindern
Felsen zum klettern und balancieren oder ein Dolmen als Pausenplatz – in Irlands Natur gibt es viel zu entdecken. Fotos: Lena Marie Hahn
Irland mit Kindern
Wilde Wege auf Achill Island. Foto: Lena Marie Hahn

Irland für kleine Star-Wars-Fans

Irland war gleich mehrfach Kulisse bei den Dreharbeiten der letzten beiden Star-Wars Filme. Der ungewöhnlichste Ort, den die Filmemacher dazu auswählten, ist die Insel Skelling Michael, die zwölf Kilometer vor der Küste am Ring of Kerry liegt. Oben auf dem spitz zulaufenden Felsen stehen die Mauerreste eines uralten Klosters, das vom 6. bis 13. Jahrhundert von Mönchen bewohnt war, die hier oben Gott besonders nahe sein wollten.

Seit sich Luke Skywalker für das Finale des siebten Star-Wars-Filmes auf Skelling Michael – alias Ahch-To – versteckte, ticken die Uhren anders im Küstenort Portmagee. Statt einer Handvoll fahren jetzt jeden Tag dutzende der kleinen Boote, die jeweils 12 Personen fassen, hinaus zu den Inseln. Neben Skelling Michael gibt es nämlich eine zweite Felseninsel, auf der im Sommer über 50.000 Basstölpel brüten, und das ist fast noch eindrucksvoller als das alte Kloster. Die Luft schwirrt, wenn die Boote sich dem Felsen nähern und die riesigen Wasservögel direkt über euch hinwegfliegen.

Einen dritten Star-Wars-Drehort findet ihr am Dunmore Head auf Dingle und auch dort hat das Filmteam um J. J. Abrams eine gute Wahl getroffen.

Skelling Rocks
Die Fahrt zu den Skelling Rocks ist ein echtes Highlight für euren Irland Urlaub – auch wenn in mit Star-Wars gar nichts am Hut habt. Foto: Stefanie Holtkamp

Die beste Reisezeit

Regnen tut es im Land der Regenbögen sowieso immer mal wieder und die Winter sind vergleichsweise mild – vor allem an der vom Golfstrom verwöhnten Südwestküste. Die Reisezeit ist also nicht unbedingt auf die Sommermonate begrenzt, auch im Frühjahr und Herbst lohnt eine Irlandreise. Am trockensten sind laut Statistik die Monate Mai und Juni, am wärmsten ist es im Juli und August. Wenn ihr Glück mit dem Wetter habt, könnt ihr an Irlands Stränden auch baden. Die Iren tun es jedenfalls. Kids tragen dabei allerdings oft einen Neoprenshortie.

Hier könnt ihr einen Blick ins Buch werfen…

Schottland mit Kindern

Familien-Wander-Abenteuer in den Highlands und auf den schottischen Inseln

Grüne Hügel, in denen Hunderte von Schafen weiden, eine zerklüftete Küste mit vielen blendend weißen Sandbuchten, große saubere Seen, malerisch zerbröselnde Burgruinen und viel Platz zum Klettern, Buddeln und Toben für die Kids – das alles ist typisch Schottland. Typisch ist auch der Regen, der dafür sorgt, dass hier alles so üppig grün ist. Und natürlich die Regenbogen, die so oft zu sehen sind, weil hinter den schwarzen Wolkenbergen schon wieder die Sonne hervorblitzt und die atemberaubende Landschaft vor uns in beinahe magisches Licht taucht.

Wandern mit Kindern in Schottland
Der Weg von Mull nach Erraid ist ein echtes kleines Wander-Abenteuer. Erraid ist eine Gezeiteninsel. Bei Ebbe weicht das Wasser so weit zurück, dass ihr trockenen Fußes hinüberspazieren könnt. Fotos: Lena Marie Hahn
Schottisches Wetter
Schottisches Wetter an der Bucht von Dail Mor auf Lewis and Harris. Foto: Stefanie Holtkamp

Schottland, das auf gälisch Alba heißt, ist (noch) ein Teil von Großbritannien. Politisch ist es eine autonome Region mit einer eigenen Verwaltung, die in der Hauptstadt Edin­burgh sitzt. Das schottische Ge­biet wird unterteilt in die drei Bezirke Highlands, Central Low­lands und Southern Uplands. Die Hig­hlands, zu der auch die vorgelagerten Inselgruppen der Inneren und Äußeren Hebriden gehören, gelten als das Gebiet, in dem die alten schottischen Traditionen am besten erhalten geblieben sind. Die Highland-Games, die im Sommer in jeder Region stattfinden, sind durchaus nicht nur Touristenspektakel, sondern ein wichtiges Ereignis für die einheimische Bevölkerung. Auf diesen Festen werden Baumstämme geworfen und Steine geschleudert, Reel und Strathspey getanzt, der Dudelsack gespielt und Kuchen und Tiere prämiert.

Rund um Loch Lomond

Nördlich von Glasgow erreicht man schnell den Na­tio­­nalpark Loch Lomond and the Trossachs, in dem mehrere gro­ße Seen und schöne Waldgebiete liegen. Er ist bei Touristen besonders beliebt und auch Naherholungsgebiet für die Stadt Glasgow, weshalb ist hier immer viel los ist. Ihr könnt auf den Seen Boot fahren und durch die Hügel wandern.

Am Brodick Castle
Am Brodick Castle locken eine große Gartenanlage und ein großer Abenteuerspielplatz für die Kids, sodass alle etwas von diesem Ausflug haben. Foto: Lena Marie Hahn

Die schottischen Highlands

Die Region westlich des Nationalparks ist deutlich weniger touris­tisch. Am Loch Awe könnt ihr das malerische Kilchurn Castle besuchen. Von Oban fahren die Fähren zu den Inneren Hebriden. Etwas weiter nördlich ist das eindrucksvolle Tal von Glencoe ein erster Vorgeschmack auf die kahlen Hügel des Nor­dens. Am nördlichen Rand des Tales liegt der Ben Nevis. Er lockt als höchster Berg Schottlands viele Wanderer nach Fort William, wo auch der berühmte West Highland Way endet. Die kleine Stadt ist so etwas wie ein letzter Posten der Zivilisation, bevor die dünn besiedelte Landschaft der nördlichen Highlands beginnt.

Starnd und Burgen in Schottland
Weite Strände, Seen und Burgruinen prägen die Landschaft der schottischen Highlands. Fotos: Lena Marie Hahn, Stefanie Holtkamp

Hier gibt es kaum noch größere Bäume, sondern nur noch mit Gras und Heide bedeckte steinige Hügel und viele Seen und Bäche. Diese Landschaft ist nicht von selbst, sondern durch Einwirkung des Menschen entstanden. Im Laufe der Geschichte wurde der hier einstmals heimische Misch­wald gerodet, um Holz zu gewinnen. Nach den Highland Clearances im spä­ten 18. Jahrhundert, bei denen die Pächter vertrieben wurden, um Platz für Schafe zu schaffen, war der größte Teil der Highlands menschenleer. Er ist es bis heute geblieben. An der Küste hier im Norden sind mit Sango Sands, der Bucht von Balnakeil und der Sandwood Bay einige der schönsten Strände und die einsamsten Landschaften Schottlands zu finden.

Balnakeil Beach
Strandparadies in der Bucht von Balnakeil ganz im Norden der Highlands. Foto: Stefanie Holtkamp

Die schottischen Inseln

Von den Inseln, die an der Westküste Schottlands im Atlantik liegen, hat jede ihren eigenen Charakter. Die näher am Festland liegenden Inseln Skye, Mull, Jura, Islay und Rum sowie etliche kleinere Inselchen gehören zur Gruppe der Inneren Hebriden. Die Isle of Skye ist inzwischen ein Opfer ihrer landschaftlichen Reize und im Hochsommer hoffnungslos über­füllt. Auf den kleineren Inseln geht es deutlich ruhiger zu. Die Äußeren Hebriden sind weiter draußen im Atlantik zu finden und liegen sehr abgeschieden. Gälisch ist hier noch eine verbreitete Sprache. Am häufigsten besucht wird die Insel Lewis and Harris, die mit dem Hauptort Stornoway eine echte kleine Metropole zu bieten hat. Der spektakuläre Steinkreis von Callanish und die endlosen, makellos weißen Sandstrände locken einige Touristen hierher. Die Inseln North and South Uist sind dann ein passendes Ziel für Fans echter nordischer Einsamkeit.

Wandern mit Mindern in Schottland
Schottlands Inseln mit Kindern entdecken
Die Standing Stones von Machrie Moor auf der Insel Arran und die einsame Hügellandschaft mit einer für Schottland typischen »Bachbrücke« auf der Insel Jura (rechts). Fotos: Lena Marie Hahn
Zum Buch-Shop

Schottland mit Kindern entdecken

Schottland ist ein Paradies für aktive, von ursprünglicher Natur begeisterte Familien. Bröckelnde Ruinen, lange Sandstrände mit Kletterfelsen, viel Wasser und einsame grüne Hügel bieten ein echtes Abenteuerland, das erforscht werden möchte. In den Bergregionen geht das nur zu Fuß, am Meer sind besonders Ausfüge mit dem Boot geeignet, auf denen man oft Delfine oder Seehunde zu sehen bekommt. Auf den Inseln und im Süden der Highlands gibt es auch einige interessante Freilichtmuseen, viele Burgen und hübsche Gartenanlagen mit verschlungenen Pfaden, die das Familienprogramm ergänzen können.

Hier könnt Ihr einen Blick in das Buch werfen

Neue Auflage »Mit Kindern im Chiemgau«

Die zweite Auflage vom »Mit Kindern im Chiemgau« ist jetzt im Buchhandel erhältlich. Alle Infos im Buch sind aktualisiert und ihr habt fünf neue Wanderungen zur Wahl. Hier könnt ihr Euch einen kurzen Eindruck vom Wanderurlaub im Chiemgau holen.

Und auf der Website des Naturzeit Verlages gibt es eine Leseprobe und die Möglichkeit das neue Buch zu bestellen.

Grotten von Calès vorrübergehend gesperrt

Unsere Tour 1 im Buch »Provence mit Kindern« ist zur Zeit leider nicht begehbar. Aufgrund akuter Steinschlaggefahr ist der gesamte Bereich der Grotten von Calès sowie das Plateau Saint Jean abgesperrt.

Vom Startpunkt, der Quelle Saint Denis ist der Weg nur bis zur Kirche Saint-Denis de Calès offen (einfache Wegstrecke 250 m). Das restliche Gelände darf nicht betreten werden.

Vielen Dank für die Meldung und dieses Foto an Sandra Barisch.

Zur Zeit wird an der Stabilisierung der Felswände gearbeitet. Nach derzeitigen Informationen der Gemeinde soll die Sperrung vorraussichtlich im Spätherbst 2019 wieder aufgehoben werden.

Eselwanderungen auf Sardinien

Die charmanten Vierbeiner mit wuscheligem Fell und langen Ohren haben es uns wirklich angetan. Mit ausgeglichenem Temperament und Besonnenheit sind Esel die perfekten Wanderbegleiter für Familien mit jüngeren Kindern. Eselwanderungen sind vor allem in Frankreich sehr beliebt und verbreitet. Trekking Someggiato in Santa Maria Navarrese bietet aber auch auf Sardinien Wanderungen mit Reittier an.

Als wir im letzten Jahr die Picknicktour mit Eseln als Tour 43 in unser Buch »Sardinien mit Kindern« aufgenommen haben, war Michele mit seinem Eselstall Trekking Sommegiato noch ganz am Anfang. Inzwischen gibt es einen hübschen kleinen Stall, an dem die Eselwanderungen starten und auch das Picknick stattfindet. Das vierbeinige Team besteht aus drei Eseldamen: Muschitta, Faccialba und Ziguli. Am Abend, wenn es kühler wird, startet die Eselkavalkade mit den Reit- und Wandergästen auf dem Küstenweg in Richtung Pedra Longa. Der Eselnachwuchs läuft dabei frei mit.

Die neuen Eselwanderungen

Für die Saison 2019 hat sich Michele einiges einfallen lassen. Die begleitete Picknicktour aus unserem Buch gibt es immer noch. Ihr könnt aber auch in Eigenregie mit zwei Eseln zu einer kleinen, gut versteckten Bucht am Meer starten. Sie lädt ein zum Baden, Schnorcheln und Picknicken, während die Esel etwas weiter oben in einem Pferch gut aufgehoben sind. Am Nachmittag geht es dann wieder zurück. Der Weg zum Meer dauert etwa 1,5 Stunden – ist also auch mit jüngeren Kids gut zu machen. Für die ganztägige Tour mit zwei Eseln zahlt ihr pauschal 100 Euro, egal wie groß die Gruppe ist. Ihr könnt Euch auch mit mehreren Familien zusammentun und die Kinder abwechselnd reiten lassen.

Wenn Eure Kinder ausreichend Durchhaltevermögen für vier Stunden Wanderzeit mitbringen, gibt es auch längere Touren zur Wahl. Ihr könnt zum Beispiel den Monte Pittaine besteigen oder dem Küstenweg bis zum Felsen Pedra Longa folgen. Ein ganz besonderes Abenteuer wird diese Eselwanderung, wenn ihr sie auf zwei Tage ausdehnt. Dann wird an der Pedra Longa im Zelt übernachtet. Eine ausführliche Beschreibung der neuen Touren findet Ihr auf der Website Inseltraumleben von Christine Wolfangel, die auch die deutschsprachige Vermittlung für Trekking Sommegiato macht. Eselwanderungen sind übrigens das ganz Jahr möglich und gerade beim Urlaub außerhalb der heißen Hochsommertage ein echtes Highlight für Familien mit Kindern.

Hier haben wir für Euch Tipps zum Wandern mit einem Esel zusammengestellt.

Für Reisen nach Frankreich nicht vergessen: Die französische Umweltplakette!

In den verkehrsreichen Sommermonaten zieht es in Frankreich Franzosen und Touristen ans Meer. Die Luftbelastung durch den Verkehr steigt und damit auch die Wahrscheinlichkeit für Fahrverbote in den französischen Umweltzonen. Wer dann in Frankreich ohne Umweltplakette unterwegs ist, kriegt schnell Probleme.

Wie auch in Deutschland gibt es in Frankreich in den Großstädten permanente Umweltzonen, in die nur mit einem Fahrzeug eingefahren werden darf, dass eine bestimmte Norm erfüllt und das durch eine Umweltplakette anzeigt. Sie heißen ZCR-Zonen (zones à circulation restreinte) und werden durch Straßenschilder angezeigt. Es gibt sie zur Zeit in Paris, Grenoble, Straßburg und Lille und sie sind selbst bei einer Reise in diese Städte problemlos zu umgehen.

Temporäre Umweltzonen

Der Grund, warum Ihr Euch inzwischen bei jeder Frankreichreise informieren müsst, sind die temporären Umweltzonen. Sie umfassen teilweise ganze Departements und betreffen in diesen auch die Autobahnen. Temporäre Umweltzonen werden als Zone ZPA (zone de protection de l’air) bezeichnet. Gelten sie für ein ganzes Departement kommt ein kleines »d« dahinter: ZPAd. Die Einfahrt in diese Zonen wird dann beschränkt, wenn die Luftverschmutzung kritische Werte überschreitet – also erwartungsgemäß zu den Ferienzeiten im Sommer mit viel Verkehr. Das Verbot gilt auch für ausländische Fahrzeuge ohne Umweltplakette und zwar auch dann, wenn Euer Fahrzeug laut deutscher Plakette die Voraussetzungen für die Einfahrt in die Zone erfüllt. Ihr braucht die entsprechende französische Crit’Air-Plakette auf der Windschutzscheibe, sonst müsst ihr im Fall der Fälle das entsprechende Departement umfahren. Werdet Ihr ohne Umweltplakette erwischt, kostet das mit einem PKW mindestens € 68, für größere Fahrzeuge seit Ihr ab € 135 dabei.

Temporäre Fahrverbote werden vor Ort nicht angezeigt, Ihr müsst Euch also selbst informieren – zum Beispiel über den Verkehrsfunk oder über die Website des Verkehrsministeriums. Von Green-zones.eu gibt es auch eine kostenlose App, mit der Ihr Euch unterwegs auf dem Laufenden halten könnt.

Eine Crit’Air Plakette bestellen

Die Plakette kann nur online in Frankreich bestellt werden und wird per Post zugestellt. Ihr müsst also rechtzeitig daran denken, sie zu beantragen. Am kostengünstigsten und völlig unkompliziert geht das direkt beim französischen Verkehrsministerium unter www.certificat-air.gouv.fr. Die Seite lässt sich auf Deutsch umstellen. Die Plakette kostet dort €3,11 zuzüglich €4,21 Porto für die Zustellung nach Deutschland. Auf der Green-Zones Website und bei einigen anderen Vermittlern könnt Ihr die Plakette ebenfalls bestellen, zahlt dann aber fast 30 Euro für die gleiche Leistung.

Die französische Plakette ist in Stufe 1 bis 5 unterteilt. Welche Ihr bekommt, ist vom Alter und der Schadstoffklasse Eures Autos abhängig. Anders als bei uns tragen die saubersten Fahrzeuge eine Crit’Air Plakette mit der Klasse 1. Für ein Dieselfahrzeug bekommt Ihr maximal die Klasse 2. Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen, deren Erstzulassung vor dem 1. Januar 1997 liegt, bekommen gar keine Umweltplakette. Fahrt Ihr ein Wohnmobil über 3,5 Tonnen muss es nach dem 01.01.2001 zugelassen sein, um noch berücksichtigt zu werden. Bei Fahrverboten werden dann zuerst die Fahrzeuge ohne Plakette und dann die Schadstoffklassen 4 und 5 vom Verkehr ausgeschlossen. Bleiben die Werte in der Luft schlecht, können weitere Schadstoffklassen folgen.

Umweltzonen in unseren Reisezielen in Frankreich oder auf der Fahrt dorthin:

Fahrt zur Dordogne: Der Großraum Lyon, den Ihr auf dem Weg zur Dordogne und oft auch auf dem Weg in den Süden durchquert, kann als ZPA-Zone von temporären Fahrverboten betroffen sein, die dort allerdings zur Zeit nicht auf den Autobahnen gelten. Eine zweite temporäre Umweltzone, die aber im ganzen Departement ausgerufen werden kann, durchfahrt Ihr um Clermont-Ferrand ( ZPAd-Zone). Die Einschränkungen können auch für die A89 nach Bordeaux gelten. An der Dordogne selbst, gibt es keine Umweltzonen.

Fahrt in den Süden (Ardèche, Provence, Pyrenäen): Südlich von Lyon führt die Autoroute du Soleil (A7), die die typische Route in den Süden ist, durch die Departements Grenoble und Drome/Valence, die beide temporäre Umweltzonen sind. Fahrverbote gelten hier auch für die Autobahn. Südlich davon ist mit dem Departement Bouches-du Rhone/Marseille das Gebiet der Provence auch direkt betroffen, während es in den Cevennen und an der Ardèche keine temporären Umweltzonen gibt.

Wer weiter in die Pyrenäen fährt, durchquert noch die Umweltzone Hérault/Montpellier, wo Ihr die A9 zwischen Orange und Perpignan im Blick behalten solltet. In den Pyrenäen selbst, trefft Ihr nur an der Atlantikseite auf die Umweltzone im Departement Pyrénées Atlantiques.

Neue Auflage zu »Im Tal der Dordogne«

Der Naturzeit aktiv Wanderführer zum »Tal der Dordogne« hat sich in den letzten Jahren zu einem unserer beliebtesten Bücher entwickelt. Das freut uns wirklich sehr, weil wir selbst diese Region so mögen. Die malerischen Flusstäler mit ihren mittelalterlich wirkenden Dörfern, die gute französische Küche, die schönen Plätze am Flussufer, entspannte Kanutouren und unerwaret spannende Wanderpfade begeistern uns jedesmal aufs neue.

Im Februar 2019 kommt jetzt die erste Neuauflage des Buches. Alle Informationen sind wieder auf dem neuesten Stand. Außerdem haben wir auch einige schöne neue Wanderungen entdeckt, so dass ihr jetzt 42 Touren zur Auswahl habt.

Diese neuen Touren gefallen uns besonders: die Klippenwanderung in Bregues, im stillen Tal des Célé, und die kurze Runde im Tal der Ouysse zur Ruine der alten Mühle Moulin de Saut. Sie ist spektakulär zwischen die Felswände einer Schlucht gebaut. Ein ebenso spannendes Ziel für trittsichere Wanderer ist die Ruine des »Chateau des Anglais«, einer Festung aus der Zeit des Hundertjährigen Krieges, die hoch über dem hübschen Ort Autoire in einen Felsüberhang oben in der Klippe klebt.

Das Chateau des Anglais von Autoire

Die alten Festungen, die man an der Dordogne und am Lot als Chateau des Anglais bezeichnet, sind mitten in steilen Felswänden unter einem Felsüberhang erbaut.

Lascaux IV – das neue Museum an der Höhle von Lascaux

Wichtige Veränderungen gab es am Nachbau der Steinzeithöhle von Lascaux. Hier hat schon 2016 das neue Besucherzentrum Lascaux IV eröffnet. Dazu wurde die Höhle mit modernster Technik neu nachgebaut und es sind jetzt alle wichtigen Zeichnungen aus der Originalhöhle zu sehen. Wie im alten Lascaux II sind nicht nur die Wände und die Zeichnungen realistisch reproduziert, auch Temperatur und Raumklima der Höhle entsprechen weitgehend dem Original. In der zugehörigen Ausstellung werden mit Überblendtechnik und interaktiven Stationen die Maltechnik und die besonderen Details erläutert. Dort haben wir auch genug Zeit die Tiere noch einmal ganz genau zu betrachten. Es wurde viel darüber diskutiert, ob der Neubau wirklich notwendig ist. Uns hat vor allem die neue Ausstellung schnell überzeugt. Auf jeden Fall haben Sie jetzt auch im Hochsommer eine Chance Lascaux zu sehen, ohne ihr Ticket schon Tage vorher zu reservieren. Die Tickets holt man auch nicht mehr umständlich in Montignac, sondern inzwischen direkt am neuen Museum.

Lascaux IV – das neue Museum an der Höhle von Lascaux

Naturzeit aktiv »Im Tal der Dordogne«Die zweite Auflage erkennt Ihr auch am neu gestalteten Cover mit größerem Titel. Sie ist ab heute im Naturzeit Online-Shop und ab 7. Februar überall im Buchhandel erhältlich.

Eselwanderung auf Korsika

Der Stall in Mausoleo in den Bergen der Balagne bietet die Eselwanderung an der Tartagine leider nicht mehr an. Der Eselverleih hat den Betrieb eingestellt. Die Wanderung durchs Tartagine-Tal (Tour 6) ist aber auch ohne Esel lohnend. Ihr startet dazu am besten auf der anderen Talseite am Forsthaus (maison forestière) und wandert immer am Fluss entlang zu den beiden alten Bogenbrücken.

Wenn es Euch eher um die Eselwanderung als ums Tal der Tartagine geht, findet Ihr ein ganzes Stück näher an der Küste, in Santa Reparata di Balagna, eine Alternative. Bei Balagn’Ane könnt Ihr Ausflüge mit Esel zwischen einer Stunde und einem Tag buchen. Die Preise liegen zwischen €25 und €70 pro Esel. https://balagnane.business.site

Wenn Ihr mit Kindern und Esel richtig ins korsische Hochgebirge wollt, sind die Touren von Promenane (Seite 229, www.randonneé-ane-corse.com) die bessere Alternative. Hier könnt Ihr zum Beispiel auf einer der leichteren Etappen des GR 20 in einem Tag den Lac de Nino erwandern. Mit einer viertägigen Eselwanderung kommt Ihr auch bis zum Lac de Creno (Tour 16).

Hier gibt es noch ein paar konkrete Tipps zum Wandern mit Esel.

Sardinien im Winter – ein Selbstversuch

Wir sind keine Skifahrer und träumen an kalten Wintertagen gerne vom Meer und von wärmender Sonne. Schon seit Jahren werfen wir dann immer mal wieder einen neugierigen Blick in den Wetterbericht: Wie ist es denn eigentlich auf Sardinien im Winter?

Letztes Jahr war es dann so weit. Kurz vor Weihnachten haben wir uns auf den Weg gemacht. Normalerweise reisen wir mit einem Campingbus, aber diesmal haben wir uns für eine Kombi aus Ferienwohnung und Camper entschieden. Unser Nugget ist nämlich nicht so isoliert wie ein großes Wohnmobil und für echtes Wintercamping nur begrenzt geeignet. Unsere Recherche ergab maximal drei im Winter geöffnete Campingplätze auf Sardinien und unsere bisherige Erfahrung sagte uns, dass diese Information vermutlich nicht ganz zuverlässig ist… Wenn keine Gäste da sind, bleibt das Tor auch schon mal verschlossen oder der Campingplatz ist eine halbe Baustelle. So ging es uns jedenfalls vor einigen Jahren an Ostern. Die über Weihnachten gebuchte Ferienwohnung in der Nähe von Cagliari war also unsere Garantie für ein Badezimmer und eine warme Dusche in der Mitte der Reise.

Auch Cagliari stand schon lange auf unserer Liste. Um viel Zeit in der Stadt zu verbringen, war es uns im Sommer immer viel zu heiß. So lockte hier das archäologische Museum mit seiner Ausstellung über die Nuraghenkultur und ein Bummel durch die Altstadt. Es schien uns außerdem sinnvoll uns dorthin zu begeben, wo die Einheimischen leben, um geöffnete Läden und vielleicht auch einmal ein Café oder Restaurant zu finden.

Als wir dann am 21. Dezember früh am Morgen als eines der ersten Fahrzeuge von der Nachtfähre rollen, ist es in Golfo Aranci gerade erst dämmrig und wir beschließen langsam zu starten und uns erst einmal einen Frühstücksplatz mit Ausblick zu suchen. Beim ersten Tee des Tages geht vor uns über dem Meer die Sonne auf.

Um es etwas abzukürzen: es soll nicht der einzige Sonnenaufgang dieser Reise bleiben. Wir fahren zuerst die Ostküste hinunter. Fast alle Häuser am Meer sind verwaist, die Hotels sind geschlossen und nur selten stehen einige Autos auf einem der Parkplätze. Es ist nicht schwer einen schönen Platz zu finden und bald steigen unsere Ansprüche ins Unermessliche: ohne Meerblick geht gar nichts. Und da auch auf Sardinien im Winter die Sonne erst gegen 8 Uhr am Horizont erscheint, muss man nicht mal früh aufstehen, um ihr dabei zuzugucken.

Das Wetterglück ist uns hold in den ersten Tagen und wenn die Sonne auf den Strand scheint, sitzen wir barfuß im warmen Sand. Verzieht sie sich, machen wir lange Spaziergänge am Meer. Tagsüber ist es in unserem Bus meist warm genug, um die Tür offen zu lassen, und auch am Abend kommt die Heizung kaum zum Einsatz. So erscheint die Ferienwohnung im Vergleich zur Camperfreiheit nach den ersten fünf Tagen erst einmal wenig verlockend. Aber der Blick in den Wetterbericht belehrt uns eines Besseren: es bleibt noch zwei Tage warm, dann steht uns Regen bevor.

Eine Ferienwohnung hatten wir schon lange nicht mehr – auch wenn uns diese etwas ernüchtert. Die tolle Terrasse mit Meerblick, die auf den Fotos zu sehen war, liegt eine Etage höher und gehört eigentlich zur Wohnung der Vermieterin, die Heizung ist ein elektrischer Heizlüfter (einer für die ganze Wohnung) und die »Küche« verfügt über eine Kochplatte und eine Mikrowelle. Da ist unsere Busküche besser ausgestattet. Dafür haben wir hier ein Bose Soundsystem und eine edle Dusche mit Massagedüsen…

Leicht frustriert kürzen wir unseren Aufenthalt in der Ferienwohnung um zwei Tage, fühlen uns dann aber nach einer Phase der Umgewöhnung doch ganz wohl. Zur Abwechslung machen wir Ausflüge und versuchen abends auf einer Kochplatte ein leckeres Essen zu zaubern. Wir lernen Kochplatte und Heizlüfter nicht zur gleichen Zeit zu benutzen, weil dann im ganzen Haus die Sicherung rausfliegt. Wir entdecken die frischen Orangen, die man auf Sardinien im Winter an jeder Ecke kaufen kann und die Qualitäten unseres Mini-Backofens, probieren uns durch die Dolci Sardi, die es in jeder Bäckerei zu kaufen gibt und versuchen vergeblich ein halbwegs essbares Brot zu finden.

Hinter der Bastione di Saint Remy beginnen die Gassen der Altstadt von Cagliari. Rechts von diesem Tor liegt eine riesige Sonnenterrasse auf der es auch ein Café gibt.

Die Ausstellung im Archäologischen Museums in Cagliari über die Nuraghenkultur der Bronzezeit auf Sardinien ist einzigartig.

Am 24. Dezember fahren wir zum ersten Mal nach Cagliari und besuchen einen recht ungewöhnlichen Weihnachtsmarkt, sitzen an der Bastione di Saint Remy auf der Terrasse des Caffè degli Spiriti in der Sonne und lassen den Ausflug in einem der Strandcafés am Poettastrand ausklingen. Hier ist ordentlich was los, denn der Strand ist auch mit dem Fahrrad oder dem Bus von Cagliari zu erreichen. In der Lagune zwischen Stadt und Meer fressen dutzende Flamingos – noch mehr, als hier im Sommer zu sehen sind.

Den einzigen richtigen Regentag verbringen wir dann im Museum und tauchen ein in die Zeit der Nuraghenkultur. In den Vitrinen im Museum stehen eine beindruckende Sammlung an Bronzetti, der kleinen Figuren aus der Bronzezeit, die vor allem Krieger aber auch Tiere und wenige Alltagsszenen darstellen. Außerdem ist gerade auch eine Sonderausstellungen mit den riesigen Steinkriegern zu sehen, die am Monte Prama auf Sinis gefunden wurden. Sie ähneln den kleinen Bronzetti sehr, sind aber überlebensgroß. Entdeckt wurden die Figuren allerdings in vielen Bruchstücken, die man über 40 verschiedenen Figuren zuordnen kann. Man geht daher davon aus, dass das Heiligtum am Monte Prama von Feinden des Nuraghenvolkes gewaltsam zerstört wurde.

Sieht fast aus wie in der Wüste: Am breiten Sandstrand an der Spiaggia Su Giudeu sind im Dezember nur wenige Spaziergänger unterwegs.

Am Ende unserer Zeit in der Ferienwohnung haben wir nochmal vier Tage, um zum Hafen zurückzufahren. Von Lieblingsort zu Lieblingsort wollen wir uns die Küste hinaufarbeiten. Das erste Ziel sind die langen Strände westlich von Cagliari. An der Spiaggia Su Giudeu treffen wir tatsächlich auf einen geöffneten Wohnmobilstellplatz, an dem wir windgeschützt die Nacht verbringen. Noch ein Stück weiter in Porto Pino gibt es dann einen weiteren Platz mit Strom und Entsorgung auf einem ganzjährig zugänglichen Parkplatz. Aber wir wollen noch weiter zur Hochebene Giara di Gesturi mit ihren kleinen Wildpferden. Die letzte Station soll am Sylvesterabend die Halbinsel Sinis sein.

Auf Sardinien gibt es viele Spuren der Besiedelung aus der Stein- und Bronzezeit, die man alle auch im Winter besuchen kann. Das hier ist das Nuraghendorf Serra Orios.

Auf der Giara erleben wir noch einmal, was uns schon am Anfang unserer Reise faszinierte: im Winter ist Sardinien grün. Die meisten Pflanzen der Macchia sind immergrün. Auch die größeren wie Korkeiche und Steineiche behalten ihre Blätter, so dass man nur wenige Bäume mit kahlen Ästen zu sehen kriegt. Der Erdbeerbaum trägt Blüten und Früchte gleichzeitig und ab und zu leuchten auch andere Blüten aus der Vegetation. Auf den Hochebenen bei Dorgali sind wir sogar durch fettes, grünes Gras gewandert – ein wirklich ungewöhnlicher Anblick auf Sardinien. Der Pauli Majori auf der Giara di Gesturi hat dann viel Wasser und die Pferdchen suchen sich zu dieser Jahreszeit wohl andere Plätze – jedenfalls begegnet uns nur eine kleine Gruppe. So wenige Pferde haben wir hier noch nie gesehen.

Die kleinen Wildpferde auf der Giara di Gesturi sind im Sommer ziemlich zuverlässig an der Wasserfläche des Pauli Maiori anzutreffen. im Winter ist das schwieriger, weil es auch an anderen Stellen der Hochebene genug zu fressen gibt.

Etwas enttäuscht machen wir uns auf den Weg nach Sinis und erleben die nächste Überraschung. Auf dem kleinen Platz hinter dem Strand von Pallosu stehen bereits fünf Wohnmobile. Bisher sind wir nur vereinzelt anderen Campern begegnet. Die Surfbretter auf dem Dach und die wehenden Neoprenanzüge am Gepäckträger verraten den Grund: in der Bucht treffen sich die Surfer – auch die mit Wohnmobil.

Der 31. Dezember ist noch einmal ein Sonnentag und ein kleines Geschenk. Wir verbringen den Vormittag mit Buch und heißem Tee am Strand und machen am Nachmittag eine kleine Wanderung. Um Mitternacht begrüßen wir das neue Jahr am Meer – ohne Feuerwerk aber mit Meeresrauschen und unter einem kugelrund am klaren Himmel leuchtenden Mond.

Der perfekte Anfang eines neuen Jahres – jedenfalls bis uns sehr früh am Morgen der auffrischende Wind unsanft aus dem Schlaf schaukelt. So treten wir die Fahrt zur anderen Inselseite etwas früher an, als geplant, denn windgeschützte Plätze sind auf Sinis eher rar. Auf der anderen Inselseite beruhigt sich der Wind, aber auf der Heimfahrt wackelt die Fähre doch beträchtlich und wir wissen jetzt, dass wir beide halbwegs seefest sind. Nachdem uns Wetter Online verrät, dass der Sturm auf Sardinien noch ein paar Tage weitertobt, beglückwünschen wir uns zu unserem Timing und blicken auf eine ganz besondere Reise zurück.

Sardinien im Winter? Jederzeit wieder!

Su Pallosu auf der Halbinsel Sinis am 31. Dezember 2017.

Unsere Erfahrungen in Stichpunkten:

Das Wetter: Wir hatten in den letzten Tagen des Jahres Temperaturen an der Küste Sardiniens zwischen 8 und 21 Grad, so dass es kein Problem war im Camper zu übernachten. Auf der Passhöhe von Silana war aber die Straße mit erstem Schnee weiß überpudert, so dass Winterreifen nicht schaden können. Wir hatten während der Reise nur einen Tag mit Dauerregen und zwei bis drei Tage mit starkem Wind. Das ist aber auch immer Glücksache. Die Regenfälle haben in diesem Jahr wohl sehr spät eingesetzt und selbst das Wasser war lange warm. Wir waren nicht im Meer, andere zur gleichen Zeit Reisende jedoch schon.

Was kann man machen: In der Sonne sitzen, endlose Strandwanderungen an beinahe menschenleeren Stränden, wandern an der Küste, nuraghische Stätten ohne Gedränge besichtigen. Die meisten Museen und archäologischen Stätten waren an Weihnachten wieder Erwarten geöffnet. Köstliche frische Orangen essen!

Unterkunft:

Hotel: Die meisten Hotels und viele Ferienwohnungen an der Küsten sind im Winter geschlossen. Wir haben unsere Unterkunft über booking.com gefunden. Touristeninformationen, die Unterkünfte vermitteln könnten, sind im Winter ebenfalls geschlossen. Einfach vor Ort suchen ist daher nicht erfolgversprechend. Buchen Sie besser vor und achten Sie bei der Wahl ihrer Ferienwohnung darauf, dass sie eine Heizung hat.

Camping: Als ganzjährig geöffnet gelten der Camping Telis und der Camping Le Cernie bei Arbatax und der Camping Nurapolis an der Westküste auf der Halbinsel Sinis. Einen ganzjährig frei zugänglichen, aber nicht besonders schönen, kostenpflichtigen Wohnmobilstellplatz gibt es in Porto Pino. Am anderen Ende der Insel kann man am Stellplatz Punta Maragnani am Ortsrand von Valledoria unterkommen. Der Platz ist einfach, hat aber eine V/E und tolle Stellplätze über dem Meer. Mit dem Wohnmobil frei stehen, kann man zu dieser Zeit fast überall.

Versorgung: Läden und Restaurants finden Sie nicht in den Touristenorten an der Küste, sondern in den Städten in denen Einheimische leben. In Cagliari waren auch die Strandcafés geöffnet, ansonsten haben wir nur noch am Lido Orri bei Tortoli ein offenes Café am Meer gesehen. Sie Strandrestaurants und Strandhotels sind geschlossen.

Sardinien mit Kindern, 4. Auflage 2018Literatur: Der frühe Winter und das Frühjahr sind auf Sardinien eine sehr gute Zeit zum Wandern. Die passenden Ausflüge in die wilde Natur der Insel gibts in unserem Wanderführer »Sardinien mit Kindern«. Eigentlich ist das Buch speziell für Familien konzipiert, die Tourenvorschläge eignen sich aber auch sehr gut für Erwachsene, die das Wandern eher entspannt angehen möchten.

Unser Fazit: Sardinien im Winter ist das perfekte Reiseziel für alle, die einsame, wilde Landschaften mögen und die es im Hochsommer eher in den Norden zieht. Die Temperaturen sind ähnlich und außerhalb der Sommersaison reist man auch auf Sardinien durch einsame Landschaften. Es ist viel einfacher als im Sommer mit Einheimischen ins Gespräch zu kommen, und statt einer Insel mit buntem Touristenspektakel erlebt man einfach das ganz alltägliche Sardinien.