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Mit einem Esel unterwegs

Ihr möchtet Kinder zu einer längeren Wanderung motivieren? Vielleicht sogar mehrere Tage auf einem Weitwanderweg unterwegs sein? Nehmt einen einen Esel mit und Euer Nachwuchs ist plötzlich begeistert dabei!

Eseln eilt nicht der beste Ruf voraus. Es heißt, sie seien dumm und starrköpfig. Dabei verhalten sich Esel einfach nur so, wie es für ihr Überleben sinnvoll ist. Ebenso wie Pferde sind sie Herdentiere. Ihr Verhalten ist aber in vielen Situationen anders, als das ihrer größeren Verwandten. Wenn ein Pferd erschrickt, rennt es davon. Eine Eselherde sucht beim Angriff eines Raubtieres ihr Heil nur selten in der Flucht. Dazu sind Esel gar nicht schnell genug. Sie bilden stattdessen einen Kreis um die Jungtiere – die Hinterhufe auf die Angreifer gerichtet und kämpfen mit gezielten Huftritten. Gegen Kojoten oder Wölfe hat ein entschlossener Esel durchaus eine gute Chance. So werden Esel in manchen Regionen sogar als Hüter für Schafherden eingesetzt.

Für uns macht der nur eingeschränkt vorhandene Fluchtinstinkt und das besonnene Temperament einen Esel zu einem besonders zuverlässigen Wanderpartner. Ein Esel rennt niemals kopflos davon, er bleibt in den meisten Situationen gelassen. In den Bergen setzt er seine Füße mit Bedacht und ist daher meist nicht besonders schnell, aber dafür zäh und ausdauernd. Diese Eigenschaften machen ihn zu einem besonders guten Wanderbegleiter – gerade wenn Kinder mit von der Partie sind.

Mutprobe für Feliceto. Die meisten Esel sind wasserscheu und werden sich weigern einen Bach zu durchqueren.

Mutprobe für Feliceto: Die meisten Esel sind wasserscheu und werden sich weigern, einen Bach zu durchqueren.

Ist einem Esel etwas unheimlich, bleibt er meistens stehen. Lasst Ihr ihm dann Zeit die Situation zu bedenken und versucht, ihm die Angst zu nehmen, geht er häufig weiter. Trotzdem gibt es Hindernisse, die mit Esel unüberwindlich bleiben. Die meisten Esel mögen kein Wasser und werden sich weigern, einen Bach zu durchwaten. Unpassierbar sind schwankende Brücken oder sehr schmale Stege. Ansonsten haben Esel, wie alle Lebewesen, einen persönlichen Charakter, reagieren auf ihre Umgebung und haben manchmal ihre Launen. Einen gut trainierten mittelgroßen Esel kann man mit etwa 40 Kilo beladen – er trägt also entweder Euer Gepäck für eine mehrtägige Wanderung oder ein jüngeres Kind.

Mit dem Ausleihen eines Esels übernehmt Ihr während Eurer Wanderung die Verantwortung für sein Wohlergehen und für die geliehene Ausrüstung. Es ist also notwendig, sich vorher mit allem vertraut zu machen. Wer eine längere Eselwanderung plant, sollte zumindest grundsätzlich Erfahrung mit Tieren mitbringen.

Hier gibt es 14 konkrete Tipps zum Wandern mit Esel.

Eselwanderungen findet Ihr in folgenden Büchern:
Sardinien mit Kindern, 4. Auflage 2018